Warum denn eigentlich nicht REFA und VDI?
Bericht zum 32. Treffen des Arbeitskreises SQP am 22. 03. 2007 zum Thema:

- Selbstverständnis, Geschichte, Kompetenz, Aufgabe und Leistungsangebot
- Was sind die REFA-Methoden?
- Zusammenwirken REFA- VDI

VDI - SQP : www.vdi-bb-sqp.de

Referentin: Marlies Sander-Spors, Geschäftsführerin des
REFA-Landesverbandes Berlin und Brandenburg e.V.

"Aufhänger" dieser Veranstaltung war der Absatz auf Seite 268 in dem Buch "Zukunft des Ingenieurs - Ingenieure der Zukunft; 150 Jahre VDI Berlin-Brandenburg":

"Nach gut 25 Jahren (1976) zieht die Geschäftsstelle wieder um. Sie findet ihre neue Heimat im Siemens-Verwaltungsgebäude in der Nonnendammallee 101. Ebenso wie AEG unterstützt auch Siemens die Bezirksgruppe großzügig. Der Umzug bringt weitere Vorteile mit sich. Der neue Nachbar im Siemens-Gebäude ist der REFA -Verband, der als Deutschlands älteste und bedeutendste Organisation für Arbeitsgestaltung, Betriebsorganisation und Unternehmensentwicklung gilt.
Viele Veranstaltungen werden gemeinsam organisiert und durchgeführt, ..."

Wo ist das geblieben? Davon haben wir in den vergangen Jahren nichts mehr gemerkt, obwohl die Inhalte und die Zielgruppen beider Organisationen ähnlich sind, in Hochschulen wirken und vermitteln, in Unternehmen angewendet werden und dort arbeiten. Ob es dem Schneeregen zu Frühlingsanfang geschuldet war oder doch mehr Unkenntnis und Desinteresse als Gründe benannt werden müssen blieb offen. Aber es fanden sich nur sehr wenige zu dieser Veranstaltung ein, um zu hören wie sich der REFA-Verband entwickelte, was seine Themen sind, was er konkret leistet, was das wie wem nützt und wie die Kooperation zwischen VDI und REFA intensiviert werden kann.

Die Ziele von VDI und REFAsind weitgehend identisch, „Nachhaltige Verbesserung des Prozesses der Leistungserstellung im Unternehmen unter Berücksichtigung einer humanen Arbeitswelt“, so dass ein unwissendes Nebeneinanderheragieren nicht rationell ist, und somit wieder den Zielen beider Organisationen widerspricht.

Am Beispiel der Inhalte des modularen Ausbildungskonzeptes von der „REFA- Grundausbildung Arbeitsorganisation“ bis hin zum „REFA- Techniker für Industrial Engineering“ machte Frau Sander-Spors deutlich, dass alle Elemente des Ingenieurwissens vermittelt werden, nicht nur produktionszentriert, sondern stets in Verbindung mit Unternehmensmanagement, Qualitätsmanagement und Betriebswirtschaft. Und das eben seit einiger Zeit nicht mehr nur konzentriert auf den produzierenden Bereich, sondern auch für Dienstleistung, Handel und öffentliche Verwaltung. Hier gibt es auch Schnittmengen, Ergänzungen und Anschlüsse an die VDI-Bildungsgänge zum Wertanalytiker und Projektingenieur.

REFA-Ausbildungsinhalte werden auch international akzeptiert. REFA-Abschlüsse sind für den Einsatz in vielen Bereichen von Industrieunternehmen, öffentlichen Verwaltungen sowie in der Bundeswehr Voraussetzung. Einige REFA-Lehrinhalte werden auch an Technischen Universitäten und Technischen Fachhochschulen vermittelt. An dieser Wissensvermittlung sind wiederum viele VDI-Mitglieder direkt oder indirekt beteiligt, leider aber bisher ohne diese Potentiale für die synergetische Wirksamkeitssteigerung beider Organisationen in der Wirtschaft und Verwaltung effektiv zu nutzen.

REFA-Methoden sind allgemeingültige seit über 80 Jahren immer weiterentwickelte, ergänzte, branchenneutrale, überall anwendbare Handlungs- und Vorgehensweisen, die sich auch das Qualitätsmanagement, die Wertanalyse, das Projektmanagement, die Betriebswirtschaft, die Unternehmensführung schlechthin mit zunutze machen. Die REFA-Lehrinhalte werden sowohl von der Unternehmerseite als auch von den Gewerkschaften und Personalvertretungen begutachtet, verabschiedet und damit von beiden Seiten akzeptiert. Für den, der in Unternehmen Arbeitsstudien, Arbeitsvorbereitung durchführt, sind REFA-Scheine als Voraussetzung unerlässlich.

Inhaltlich geht es in Wirtschaft und Verwaltung immer um das magische Dreieck:

Zielstellung des REFA-Verbandes ist es, über Weiterbildung, praktisches Training und detailliert konkretes Coaching vor Ort als Organisation für Arbeitsgestaltung, Betriebsorganisation und Unternehmensentwicklung sein KnowHow einzubringen, praxiswirksam zu machen und in den Organisationseinheiten zu verankern. Da Qualitätsmanagement immer mehr als integriertes Management, als Unternehmensmanagement schlechthin, gese-hen und auch so behandelt wird, ist alles was REFA macht auch Bestandteil von integrierten Managementsystemen, sind die REFA-Methoden die praktische, detaillierte Umsetzung z.B. des EFQM-Modells -> siehe identische Ziele.

Was sollte man praktisch tun, um sich wieder anzunähern, Synergieeffekte zu nutzen, sich zu ergänzen:

1. Der AK-SQP unterbreitet dem Vorstand des VDI-BB den Vorschlag für eine gemeinsam Vorstandssitzung zu diesem Thema

2. Der REFA-Landesverband Berlin und Brandenburg e.V. wird einen Informationsartikel in „Wissen & Technik“ platzieren.

3. Der VDI-AK-SQP wird mit REFA- Landesverband Berlin und Brandenburg e.V. 2008 eine Veranstaltung zu einer speziellen REFA-Thematik organisieren.

4. Der VDI-AK-SQP setzt auf seine Webseite eine Link zu REFA- Landesverband Berlin und Brandenburg e.V..

gez. Wolfgang Schlenzig
VDI, Bezirksverein Berlin-Brandenburg e.V.
Leiter des AK „Systementwicklung, Qualitäts- und Projektmanagement
www.vdi-bb-sqp.de