WeGebAU - ein Förderprogramm der Arbeitsagenturen für KMU -
Erste Erfahrungen eines Mittelständlers Interview mit Hans-Bernd Hütten, Geschäftsführer der DEUFAG mbH

Herr Hütten, Sie sind Geschäftsführer der Firma DEUFAG. Was sind aus Ihrer Sicht die Vorteile des Förderprogramms WeGebAU?

Das Förderprogramm WeGebAU bietet den Vorteil sowohl gering qualifizierte Arbeitnehmer als auch Mitarbeiter, die das 45. Lebensjahr bereits erreicht bzw. überschritten haben, ohne hohen Arbeitsaufwand und Kosten nach firmeneigenen Bedürfnissen entsprechend zu schulen, um die Produktivität, sowie die Arbeitsqualität zu steigern.

Welche Vorteile bietet dieses Programm speziell für Ihr Unternehmen?

Im Zuge des weiteren Ausbaus und der ständigen Verbesserung unseres nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifizierten Qualitätsmanagementsystems ist es erforderlich, dass unsere Mitarbeiter die nötige Fachkompetenz besitzen und als interne Auditoren fungieren können. Daher haben wir uns entschieden, die vom REFA-Landesverband Berlin und Brandenburg e.V. angebotene modulare Weiterbildung, die zu den Ausbildungszielen:

führt, für unsere Mitarbeiter zu nutzen. Der REFA-Landesverband Berlin und Brandenburg e.V., ist einer der Weiterbildungsträger, der mit seinen Weiterbildungsangeboten nicht nur seit Jahrzehnten den jeweils aktuellen Anforderungen der Wirtschaft entspricht, sondern auch die Grundsätze erfüllt, die die Bundesagentur für Arbeit mit ihrer AZWV-Richtlinie festgelegt hat. Bildungsträger und einige ausgewählte Mitarbeiter unseres Unternehmens erfüllten damit die Vorraussetzungen für WeGebAU 2007. Dadurch hatten wir Möglichkeit unseren Mitarbeitern eine sehr gute und kostengünstige Weiterbildung zu bieten und unsere Arbeitsqualität zu erhöhen.

Wie sind Sie bei der Beantragung der Fördermittel vorgegangen?

Ein Mitarbeiter unseres Unternehmens, Herr Bock, wurde mit der Beantragung der Fördermittel beauftragt. Hierzu arbeitete er sich selbstständig in die Materie ein. Herr Bock nahm Kontakt mit der Agentur für Arbeit auf, um die nötigen Formalitäten mit dem dort zuständigen Mitarbeiter abzuklären. Anschließend wählten wir gemeinsam die in Frage kommenden Mitarbeiter aus und informierten diese schriftlich über die anstehende Maßnahme und deren Vorteile. Im Anschluss erfolgte die Antragstellung formlos schriftlich unter Angabe der Art und Notwendigkeit der Maßnahme, sowie die Meldung der relevanten personenbezogenen Daten der vorgesehenen Mitarbeiter. Diesem Antrag mussten die Lebensläufe der entsprechenden Mitarbeiter beigefügt werden. Nach Prüfung der Unterlagen durch die Agentur für Arbeit erhielten die Mitarbeiter, für welche die Förderung beantragt wurde, einen Fragebogen zur Förderung der Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildungsmaßnahme. Nach erfolgter Rücksendung erhielten wir zeitnah die Bewilligung der Leistungen. Für die Übernahme der Seminarkosten an sich, musste der Arbeitnehmer einen Termin bei seinem Arbeitsvermittler in der für ihn zuständigen Agentur für Arbeit vereinbaren. In dem folgenden Gespräch zwischen Arbeitnehmer und Arbeitsvermittler wurde über die Art und Notwendigkeit der Maßnahme gesprochen. Hierbei erwies es sich als hilfreich, dass der Mitarbeiter das von uns angefertigte Anschreiben vorlegen konnte. Am Ende des Gesprächs wurde dem Arbeitnehmer ein Bildungsgutschein für die entsprechende Weiterbildungsmaßnahme beim REFA-Landesverband Berlin und Brandenburg e.V. ausgestellt. Die Seminarkosten rechnet der Bildungsträger direkt mit der Agentur für Arbeit ab.

Welche Schwierigkeiten oder Probleme ergaben sich bei der Antragstellung?

Die Schwierigkeit für unser Unternehmen bestand in erster Linie darin, einen für uns zuständigen Mitarbeiter der Agentur für Arbeit zu erreichen. Dies lag vor allem daran, dass mehrere Agenturen über eine zentrale Servicerufnummer zusammengefasst werden und die Gespräche meist zu der falschen, für uns nicht zuständigen Agentur weitergeleitet wurden. Nach einigen Telefonaten gelang es uns jedoch, die direkte Durchwahl des für uns zuständigen Sachbearbeiters zu erhalten. Weiterhin bekamen wir anfangs auch recht widersprüchliche Aussagen der einzelnen Mitarbeiter der Agentur, was jedoch eher damit zusammenhing, dass das Förderprogramm WeGebAU erst neu initiiert wurde.

Wie war die Resonanz Ihrer Mitarbeiter, für welche Sie diese Förderung beantragt haben?

Unsere Mitarbeiter standen dieser Maßnahme anfangs eher skeptisch gegenüber. Dies wandelte sich jedoch, nachdem wir diese aktiv über die Notwendigkeit und den Nutzen dieser Maßnahme aufklärten. Die Mitarbeiter zeigten sich motiviert, weil sie eine sehr gute und kostenfreie Weiterbildungsmaßnahme erhalten und sich hierdurch weitere Chancen auf dem Arbeitsmarkt ergeben.

In welchem Verhältnis steht Ihrer Meinung nach der Aufwand zum Nutzen?

Durch die Übernahme der Seminarkosten und der Gewährung eines Zuschusses zum Arbeitsentgelt einschließlich der darauf entfallenden Sozialversicherungsbeiträge für den Zeitraum, in dem der Arbeitnehmer wegen der Weiterbildung keine Arbeitsleistung erbringen kann, ist der Aufwand im Verhältnis zum Nutzen eher gering einzuschätzen.

Was würden Sie in einem Satz zum Förderprogramm WeGebAU sagen?

Das Förderprogramm WeGebAU ist gerade für kleine und mittelständige Unternehmen eine sehr lohnende Sache und findet meinen vollen Zuspruch da es für alle Beteiligten eine Win-Win-Beziehung darstellt.

Was würden Sie sich von zukünftigen Förderprogrammen der Agentur für Arbeit wünschen?

Das bei diesem Förderprogramm auch für die unter 45 - jährigen Arbeitnehmer ein Lohnkostenzuschuss gewährt wird.

Vielen Dank für das informative Gespräch.

Mit Hans-Bernd Hütten, Geschäftsführer der DEUFAG mbH, sprach Thomas-Oliver Neye.